Rathaus-Echo: Stephan Ohlmeier

CDU setzt sich für den bedarfsgerechten Ausbau des Betreuungsangebotes im Kindergarten- und Grundschulalter ein.
Die Stadt Warendorf steht vor großen finanziellen Herausforderungen. Bis zum Jahr 2024 sollen rund 90 Millionen Euro investiert werden, um Projekte wie die Stadtstraße Nord, die Erschließung von Neubaugebieten oder den Neubau einer Sporthalle in Freckenhorst zu realisieren. Bei alledem dürfen wir nicht vergessen, uns finanzielle Handlungsspielräume zur Optimierung unserer Kindergartensituation und Schullandschaft zu bewahren.

Gesellschaftliche Veränderung haben dazu geführt, dass immer mehr Eltern für ihre Kinder bereits im U2-Bereich einen Kindergartenplatz in Anspruch nehmen. Als CDU empfinden wir es als unbefriedigend, dass wir trotz erheblicher Investitionen in den Ausbau unserer Kindergärten den tatsächlichen Betreuungsbedarfen zurzeit hinterherhinken. Die Entwicklung von Interimslösungen und die Aufstellung teurer mobiler Raumeinheiten sorgt nicht nur in der Elternschaft, sondern auch im politischen Raum zunehmend für Frust. Gemeinsam mit dem für die Kindergartenbedarfsplanung zuständigen Kreisjugendamt möchten wir diskutieren, ob die Entwicklung der Geburtenzahlen in den letzten Jahren zu konservativ erfolgt ist und wie es gelingen kann, zeitnah wieder vor die Lage zu kommen. Eine wohnortnahe Betreuung muss gewährleistet werden.

Von einer ähnlichen Entwicklung der Betreuungsbedarfe drohen wir auch im Bereich der Offenen Ganztagsschule (OGS) überrollt zu werden. Als CDU halten wir es für schwer vermittelbar, dass Eltern die Möglichkeit haben, ihre Kinder in jungen Jahren bis zu 45 Stunden die Woche betreuen zu lassen, im Grundschulalter ein solches Angebot jedoch nur eingeschränkt oder überhaupt nicht zur Verfügung steht. Die vom Bund und den Ländern angestrebte Schaffung eines Rechtsanspruches auf einen OGS-Anspruch ab dem Jahr 2025 ist nur zu begrüßen, wird jedoch nicht das Problem überwinden, dass viele OGS-Standorte im Stadtgebiet bereits heute an ihre räumlichen Kapazitäten stoßen.

Um den bedarfsgerechten Ausbau des OGS-Angebotes zu forcieren, wünschen wir uns als CDU daher von der Verwaltung die Vorlage einer Prognose der weiteren Betreuungsbedarfe und einer Auflistung der kurz- bis mittelfristig notwendigen Investitionsbedarfe. Zugleich erwarten wir, dass Bund und Länder die Kommunen bei der Schaffung der erforderlichen räumlichen Kapazitäten finanziell noch stärker als bisher unterstützt. Bessere Investitionen als in die Betreuung und Zukunft unserer Kinder kann es nicht geben.

Für mich persönlich ist heute nach neun Jahren kommunalpolitischen Wirkens der Moment gekommen, mich aus beruflichen Gründen (vorerst) aus der ersten Reihe zurückzuziehen. Immer wieder wurde ich gefragt, warum ich mich 24/7 für unsere Stadt engagiere. Die Antwort ist einfach: Es macht Spaß, sich für die Gesellschaft zu engagieren und mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Wenn jeder von uns einen kleinen Beitrag zum Funktionieren unserer Gesellschaft leistet, müssen wir uns um die Zukunft unserer Stadt und seiner Ortsteile keine Sorgen machen.

Stephan Ohlmeier