Rathaus-Echo: Mechtildis Wissmann

Schulen sollen digitaler werden.
Ab und zu geht ein aufforderndes Bellen unserer Hündin durch unser Haus. Nala möchte dabei sein, denn hinter vier verschlossenen Türen wird seit zwei Monaten gearbeitet und per Video Konferenzen mit Kollegen, Professoren, Kunden und Schülern online kommuniziert – und das rund um die Welt.

Home-office ist inzwischen Alltag bei unserer vierköpfigen Familie im beschaulichen Einen. Dank des schnellen Glasfasernetztes läuft alles ohne Probleme. Da bin ich unserem Bürgermeister Axel Linke sehr dankbar, dass er sich bereits zu Beginn seiner Amtszeit für den digitalen Ausbau eingesetzt hat, und dass bereits seit 2017 die langsamen Kupferleitungen in Einen der Vergangenheit angehören.

Die Stadt Warendorf hat gemeinsam mit dem Kreis die Förderzusage für den digitalen Ausbau auch der Außenbezirke und Bauerschaften erhalten, ein Millionenprojekt, welches 2022 abgeschlossen sein soll. Mehrmals in der Woche unterrichte ich nun meine PTA-Schüler aus Paderborn digital. Dabei sind jeweils 25 Schüler zugeschaltet. Meine Unterrichtsmaterialien lade ich für alle sichtbar hoch, und auf einem kleinen White-Board kann ich Formeln und Rechenwege aufschreiben. Jeder Teilnehmer kann dazu direkt Fragen stellen.

Die erwachsenen Schüler und auch ich sind sehr zufrieden mit dieser Unterrichtsform, wohl wissend, dass dadurch ein Präsenzunterricht nicht ersetzt werden kann. Wie sieht es aber in anderen Schulformen, besonders bei den ganz Kleinen, aus? Aus vielen Gesprächen weiß ich, dass längst noch nicht alle Kinder über die nötige technische Ausstattung für einen reibungslosen digitalen Unterricht verfügen. Vor Kurzem konnte ich lesen, dass die Laurentiusschule alte Laptops für die Schüler sammelt, um diese für sie fit zu machen. Hier muss gehandelt werden. Unseren Schulen in Warendorf stehen rund 1,4 Millionen Euro aus dem beschlossenen Digital-Pakt zur Verfügung.

Davon wurde bereits einiges in eine Verbesserung der Infrastruktur, der Präsentationstechnik und der Ausstattung mit Endgeräten investiert. In unserer jüngsten Schulausschusssitzung Ende 2019 attestierten die Schulleitungen der Verwaltung in dieser Hinsicht gute Arbeit. Wir haben beschlossen, dass die Stadt weitere Mittel, in Absprache mit den Schulen, für ein pädagogisches Einsatzkonzept, abrufen soll. Damals konnte sich keiner von uns vorstellen, welche Herausforderungen die Corona- Pandemie gerade für die Schulen mit sich bringt. Umso mehr sehen wir heute, meine Fraktionskollegen und ich, wie wichtig es ist, den digitalen Ausbau mit all seinen Facetten voranzutreiben und zu unterstützen.

Die Landesregierung wird Mittel bereitstellen, wobei allerdings nur 90 Prozent der Kosten gefördert werden. Dass die restlichen zehn Prozent von der Stadt aufgebracht werden können, dafür werden wir uns auch in Zukunft einsetzen. Damit aber unsere Kinder und wir selbst in Zukunft nicht alle zum Stubenhocker vor dem Computer werden, hilft ein Spaziergang mit dem Hund oder mit der ganzen Familie, denn es geht doch nichts über analoge Gespräche und Kontakte.

Mechtildis Wissmann