Ruzhitskaya: „Ich bin ein Arbeitstier und eine Macherin“

Warendorf (gl). Fäuste in Boxhandschuhen als Metapher für ihre politischen Kämpfe in neun Jahren an der Spitze des CDU-Stadtverbands Warendorf: Ulla Kindler hat von ihren jungen Mitstreitern ein Abschiedsgeschenk mit Symbolcharakter bekommen.

Johannes Austermann, der später zum Stellvertretenden Vorsitzenden gewählt werden sollte („Die Glocke“ berichtete), überreichte ihr zwei Plakat-Klassiker aus vergangenen Wahlkämpfen der CDU, die Kindler zu Ehren umgewidmet und mit ihrem Konterfei versehen worden waren. „Das find’ ich klasse“, stellte die 61-Jährige fest und lachte.

Der alte und neue Stellvertretende Vorsitzende Martin Richter, der im jungen Vorstand für Erfahrung steht, hielt es klassisch und gab seiner langjährigen Vorstandskollegin einen Blumenstrauß. „Die Jugend ist kreativer“, gab der Christdemokrat zu und sagte zu Ulla Kindler: „Du hast den Stadtverband neun Jahre gut geführt. Unser gemeinsamer Weg war mit viel Arbeit und Einsatz verbunden.“ Auch der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des CDU-Kreisverbands, Reinhold Sendker, war erschienen, um die scheidende Vorsitzende zu würdigen. Ganz so einfach ist sie also nicht davon gekommen. Sie selbst wollte ihren Abschied vom Amt nicht groß inszenieren und fasste sich in ihrem Bericht bewusst kurz. Man müsse in die Zukunft schauen, die Herausforderungen seien groß.

Simon Brandt/“Die Glocke“

Die Zukunft verkörpern Johannes Austermann und Marija Ruzhitskaya. Die 25-Jährige trat in Kindlers Fußstapfen. Das Votum der Mitglieder – 38 Ja- bei 7 Nein-Stimmen – bescherte ihr die Wahl zur Stadtverbandsvorsitzenden. Zuvor hatte sie sich, ihre Überzeugungen und Ziele in einer mehrminütigen Rede vorgestellt.

„Warum stellt man sich als junge Frau zur Wahl als CDU-Stadtverbandsvorsitzende?“, fragte Ruzhitskaya rhetorisch und gab die Antwort selbst: „Ich mache das hier nicht aus Karrieregründen. Ich bin eine Person, die Chancen ergreift.“ Ihre kasachischen Wurzeln sprach die 25-Jährige direkt und humorvoll an. „Wenn Sie auf den Wahlzettel gucken, werden Sie sehen: Mein Nachname ist nicht ganz westfälisch.“ Sie sei heute froh, als kleines Kind mit der Familie nach Warendorf gekommen zu sein, wenngleich es nicht immer leicht gewesen sei, mit dem Nachnamen in Westfalen aufzuwachsen. Ihre Großeltern hätten ihr mit auf den Weg gegeben, dass man nicht nur die Hand offen halten dürfe, sondern auch mal etwas zurückgeben und und einen eigenen Beitrag leisten müsse. „Ich bin ein Arbeitstier und eine Macherin“, versicherte Ruzhitskaya.

Quelle: Simon Brandt/“Die Glocke“