Die Rücklagen werden aufgebraucht. Aber was macht der Schuldenstand?
Wie in den beiden ersten Blicken in den Haushaltsentwurf der Stadt Warendorf für das Jahr 2026 und die nachfolgenden Jahre beschrieben, geben wir jedes Jahr mehr aus als wir einnehmen. Die Rücklagen reduzieren sich um über 80 Millionen Euro bis zum Jahr 2032. Damit ist die Rücklage so gut wie aufgebraucht. Neben der Rücklage werden zusätzlich aber auch noch Schulden aufgenommen, um Investitionen in Infrastruktur und Gebäude zu tätigen.
Ein Gefühl für das Volumen der Verschuldung bietet der Blick in eine Statistik, die den Schuldenstand der Stadt Warendorf in das Verhältnis zur Einwohnerzahl stellt. Wie hoch ist die Pro-Kopf-Verschuldung in Warendorf:
Zum 31.12.2024 betrug die Pro-Kopf-Verschuldung 1060 Euro. Zum Vergleich; 2003 betrug die Verschuldung ungefähr die Hälfte, nämlich 516 Euro. Der niedrigste Wert wurde 2019 mit 288 Euro erzielt.
Laut der aktuellen Planungen geht die Verwaltung von einem enormen Anstieg der Verschuldung auf 4150 Euro im Jahr 2029 aus.
Neben der Darlehensaufnahme für Projekte und Investitionen ist die Stadt Warendorf aber auch gezwungen, ihre jederzeitige Zahlungsfähigkeit sicherzustellen. Dazu kann die Stadt sogenannte Liquididätskredite aufnehmen. Oftmals werden eingeplante Fördersummen oder Zuschüsse erst nach Abschluss der Projekte oder zum Jahresende überwiesen. Zudem führt der Umstand, daß mehr ausgegeben wird als eingenommen wird, insgesamt zu „geringen Kontoständen“. Daher war es schon immer so, daß die Stadt kurzfristige Engpässe durch Kreditaufnahmen umschiffen durfte.
Der Haushaltsplan zeigt, daß die Verwaltung diese Option von 2021 bis 2025 zu keinem Zeitpunkt nutzen musste. Ab dem 1. Quartal 2024 wird die Liquididtät allerdings über Kredite sichergestellt. Problematisch ist dabei nicht die Kreditaufnahme selbst, sondern die zusätzlichen Kosten für die Zinszahlungen. Im 1. Quartal 2025 belief sich das Kreditvolumen auf ca. 9 Millionen Euro. Im dritten Quartal 2025 betrug das Volumen 14 Millionen Euro.
Insofern ergibt sich eine klare Antwort auf die Eingangsfrage:
Ja, die Verschuldung steigt!